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Das Geheimnis ist gelüftet
 In Xound Ausgabe drei/08 haben wir das digitale Mikrofon Neumann TLM 103 D getestet und klanglich mit dem analogen Pendant, dem TLM 103 verglichen. Wir waren der Meinung, dass sich beide Mikrofone klanglich unterscheiden. Zu beurteilen, welches Mikrofon nun „besser“ klingt ist eine recht komplexe Angelegenheit, wenn sich hier überhaupt eine eindeutige Aussage treffen lässt. Wir haben uns daher entschieden, im Rahmen eines Online Tests, verschiedene Aufnahmen, die mit beiden Mikros gemacht wurden Online zu stellen und euch mit beurteilen zu lassen. Damit niemand von vorneherein gegebenenfalls durch Vorurteile in seiner Entscheidung beeinflusst wird, wurde der Online-Test als Blindtest, in Kooperation mit dem Musikerboard, dem größten deutschsprachigem Internet-Forum für Musiker und der SAE (School of Audio Engineering) durch geführt.
Für diesen großen Online-Blindtest wurden im Tonstudio der Folkwang Hochschule in Essen
erstellte Aufnahmen für den Download zur Verfügung gestellt. Die Aufnahmen wurden mit 24 Bit bei 96 kHz aufgenommen. Alternativ zur Original-Auflösung standen die Files auch mit 16 Bit bei 44.1 kHz für den Download bereit (für alle, die keine Files mit 96 kHz abspielen können).
(übrigens: alle Files sowie die Fragen des Blindtests bleiben weiterhin auf unserer Webseite http://xound.com)
Versuchsaufbau
Hier zunächst noch mal der „Versuchsaufbau“ für unsere Aufnahmen:
 Wir haben uns bei den Aufnahmen auf vier verschiedene „Instrumente“ beschränkt: Steinway-Flügel, Akustik Gitarre, Cello und Gesang. Bei allen Solisten handelte es sich um Studenten der Folkwang Hochschule (Vielen Dank an Ganna Berezhna, Piano; Jan Schulz, Gitarre; Cordelia Buch, Cello; Amanda Kapsch, Gesang. Vielen Dank für die Unterstützung auch an die Folkwang Hochschule, Arthur Jogerst, Studioleiter; Prof. Dirk Reith, Dekan und Leiter des ICEM)
Um beste Voraussetzungen für optimale Aufnahmen zu schaffen, wurde nur hochwertiges Equipment verwendet.
 In der akustisch gut vom Aufnahmeraum getrennten Regie haben wir unser Equipment aufgestellt, um vom Test-Equipment ausgehende Störgeräusche zu eliminieren.
Das Digitale TLM 103 D wurde über die DMC-2 an eine Apogee Rosetta 800 angeschlossen ( an dieser Stelle nochmals vielen Dank an Mega Audio für die Leihgabe). Um eine genaue Taktung hin zu bekommen wurde mittels BNC das Word Clock Signal der Rosetta 800 an die DMC-2 übertragen. Die digitale Steuerung des Mikrofons übernahm die auf dem Host Computer installierte RCS-Software (Remote Control System) von Neumann. Alle digitalen Klangbearbeitungen der RCS waren ausgestellt.
Das analoge Pendant wurde über ein hochqualitatives VOVOX -Kabel mit der Breakout Box im Aufnahmeraum verbunden, um dann über einen Focusrite ISA-115, mit ausgeschaltetem EQ, möglichst verlustfrei zum A/D Wandler der Rosetta 800 zu gelangen.
Beide Mikrofone wurden gleich laut eingepegelt um Vorteile durch Lautstärkenunterschiede zu vermeiden. Es wurde bewusst kein Pop-Schutz und kein Trittschallfilter eingesetzt um die Aufnahmen nicht zu beeinflussen. Aufgenommen wurde in Samplitude mit 96 kHz und 24 Bit.
Alle Instrumente bzw. der Gesang wurden sehr nah am Instrument abgenommen. Beide Mikrofone wurden für die Aufnahme mit den Kapseln direkt nebeneinander aufgebaut (siehe Bilder).  Um sicher zu gehen, dass keine unterschiedlichen Klangfärbungen aufgrund der jeweiligen Position auftreten, wurden die Positionen der beiden Mikros zur Überprüfung getauscht. Auf den mitgebrachten Referenzkopfhörern und der großen Abhöre im Studio (die beide über die Dangerous Music D-Box in unserem kleinen Rack angeschlossen waren), konnten dabei keine hörbaren Unterscheide festgestellt werden.
In der Regel würde man den Flügel mit mehr als einem Mikrofon aufnehmen um das gesamte Spektrum darzustellen. Da wir bei unserem Test mit nur einer Mikro-Position (mittig) gearbeitet haben wurde die Pianistin gebeten möglichst in der Mittellage zu spielen.
Die Teilnehmer des großen Blindtests wurden gebeten, nach dem Anhören der o.g. Files einige Fragen zu beantworten.
Insgesamt haben sich 4372 Leute mit unserem Blindtest beschäftigt, 1237 davon haben begonnen, die Fragen zu beantworten. 523 User Online-User haben schließlich alle Fragen beantwortet und den Blindtest abgeschlossen.
Hier nun die Auflösung:
Zunächst findet ihr in der folgenden Tabelle eine Aufschlüsselung, welches File mit welchem Mikro aufgenommen wurde:
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Filename
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TLM 103 D
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TLM 103 (analog)
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piano A
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X
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piano B
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X
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cello A
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X
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cello B
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X
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gitarre A
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X
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gitarre B
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X
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gesang A
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X
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gesang B
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X
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Hier nun zum Ergebnis der Umfrage:
Piano-Aufnahmen
Frage: Welche Piano-Aufnahme gefällt dir spontan am besten?
Ergebnis: ca. 44 % fanden spontan die Piano-Aufnahme mit dem analogen TLM 103 besser, ca. 39 % die mit dem digitalen Mikro, ca. 17 % fanden beide gleich gut.
Cello Aufnahmen
Frage: Welche Cello-Aufnahme gefällt dir spontan am besten?
Ergebnis: ca. 28 % fanden spontan die Cello-Aufnahme mit dem analogen TLM 103 besser, ca. 56 % die mit dem digitalen Mikro, ca. 16 % fanden beide gleich gut.
Gitarren-Aufnahmen
Frage: Welche Gitarren-Aufnahme gefällt dir spontan am besten?
Ergebnis: ca. 58 % fanden spontan die Gitarren-Aufnahme mit dem analogen TLM 103 besser, ca. 21 % die mit dem digitalen Mikro, ca. 21 % fanden beide gleich gut.
Gesangs-Aufnahmen
Frage: Welche Gesangs-Aufnahme gefällt dir spontan am besten?
Ergebnis: ca. 36 % fanden spontan die Gesangs-Aufnahme mit dem analogen TLM 103 besser, ca. 40 % die mit dem digitalen Mikro, ca. 24 % fanden beide gleich gut.
Schlussbetrachtung
Das Ergebnis zeigt, dass das analoge TLM 103 bei Gitarren-Aufnahmen spontan besser ankam. Beim Cello dagegen war das TLM 103 D dagegen der Favorit.
Bei unseren Piano- und Gesangsaufnahmen wurden beide Mikros etwa gleich bewertet.
Auf die Frage, ob sich der spontane Eindruck nach mehrmaligem Hören bestätigt hat stimmte die Mehrheit (bis zu 85% ) mit Ja und weniger als 10 % mit Nein. Während die Bestätigung des spontanen Höreindrucks z.B. beim Cello mit 1% Nein am eindeutigsten war, schien die Beurteilung bei den Gesangsaufnehmen schwieriger zu sein. Bei der Bestätigung des spontanen Höreindrucks antworteten sogar 18 % mit „Weiß nicht“.
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