„Software-Sampler“
Der MachFive Software-Sampler ist seit seinem Erscheinen als hochgelobtes Tool, aber auch als Geheimtipp gehandelt worden. Schon die erste Version überzeugte durch ihre durchdachte Arbeitsoberfläche und durch ihre Kompatibilität zu vielen angesagten Sampler-Formaten. Das Ein-Fenster-Design lässt ein schnelles und intuitives Arbeiten zu und sollte auch Einsteigern nach kurzer Zeit ein flüssiges Arbeiten ermöglichen. Die nun vorliegende Version 2 legt neben einigen neuen Features auch bei den Datenformaten noch einmal zu.
Spezifikationen
Der MachFive ist sicherlich einer der wenigen Sampler, der sowohl auf den wichtigen Computerplattformen, als auch unter den verschiedensten Softwareumgebungen und mit den meisten Sampler-Formaten betrieben werden kann. Gerade bei wechselnden Studioumgebungen ist er perfekt einsetzbar. In der neuen Version sind als mögliche Betriebssysteme einmal Mac OS X ab Version 10.3.9 sowohl mit einem G4 oder G5 als auch einem Intel-Mac sowie die Windows-Versionen XP oder Vista als 32-Bit oder 64-Bit Version angegeben. Der Sampler kann als Stand-Alone Anwendung betrieben werden oder in den Plug-In Formaten Audio Unit, VST2, Dxi, MAS und RTAS unter allen gängigen Sequencerprogrammen wie Digital Performer, Pro Tools, Cubase, Sonar, Nuendo und Logic. Der MachFive kommt mit einer 32GB großen Library und erlaubt nativen, also unmittelbaren Import ohne jede Konvertierung der folgenden Sampling-Formate:
AKAI S-1000
EMU
GIGA Sampler
Roland
Kurzweil K-2XXX
EXS-24
Kontakt
WAV
Acid
AIFF
SDII
REX
Apple Loops
Unterstützt werden Sample-Rates bis 192 kHz sowie der Import und das Playback von Multi-Channel Surround-Files. Durch die Kompatibilität der Komponenten untereinander ist man bei allen Systemwechseln auf der sicheren Seite. Hier ein Beispiel: Man komponiert ein Stück in Logic oder Nuendo und geht zum Mixen in ein Studio mit Pro Tools Ausrüstung. Eine gesicherte MachFive-Performance kann auf allen Systemen geladen werden und erlaubt so die Portierung in ein anderes System. Wir haben die verschiedenen Formate nur zum Teil testen können, es gab keinerlei Probleme und mit diesen Features steht der MachFive eigentlich allein auf weiter Flur.
Neue Features und Bedienung
Eine der Neuerungen in Version 2 ist die „Loop Lab“, die zentral im Hauptfenster angebracht ist. Slices von Loops im REX- uns Acid-Format werden sofort erkannt, und auch andere Beats sind sofort zerlegt und im gewünschten Tempo spielbar. Sehr einfach und effektiv sind hier die Drag&Drop-Funktionen sowohl beim Import als auch beim Export als Audio- oder MIDI-Files. Das Datei-Management befand sich schon in der ersten Version in der linken oberen Ecke und ermöglichte ein sicheres Handling von Performances, Presets und Samples. Der Datei-Browser kann jetzt durch einen Doppelklick im Vollbildmodus oder durch Klick/Halten als Pop-Up-Liste dargestellt werden. Der Browser bietet so optimalen Überblick über Festplatten, Netzwerke oder Disk-Images - ganz so, wie man es vom Rechner gewohnt ist. Man lernt hier das native Importieren systemfremder Formate erst so richtig schätzen. Der Effektbereich des MachFive II ist in vier Effekt-Racks unterteilt, die jeweils bis zu vier Effekte einschleifen können. Presets individueller Einstellungen oder Effekt- Schaltungen können im Datei-Management-Browser gespeichert werden. Der Mixer gestattet eine benutzerdefinierte Darstellung der gesamten Audioumgebung im MachFive II. Alle Effekte lassen sich auf Klick direkt im oberen Mischerfenster darstellen, Presets, Loops und Performances lassen sich direkt im Mixer laden, die Umgebung erinnert stark an ein komplettes Mixerfenster einer Audiosoftware. Im so genannten Masterbereich werden die Parameter wie Tuning, Polyphonie, Portamento und Velocity-Kurven der unbegrenzt einsetzbaren Parts definiert. Eigentlich setzt nur die Performance des Rechners dem MachFive II Grenzen, und hier hält sich der MachFive II erfreulich im Rahmen. Durch das schaltbare Disk-Streaming lässt sich eine optimale Balance zwischen RAM-Bedarf und Festplattenbelastung schaffen. Ein Spektrum-Analyzer und Tuner gibt Aufschluss über das Frequenzspektrum und die Stimmung der Samples und Synthesizer. So sind alle wichtigen Parameter zur Soundeditierung und Programmierung übersichtlich erreichbar und das ist auch wichtig, da die technischen Daten der Stimmenarchitektur wirklich beeindruckend sind: Der MachFive 2 ist ein multitimbrales Instrument mit einer unbegrenzten Anzahl an Parts. Jedem Instrumenten-Part kann individuell ein MIDI-Kanal, Audioausgang und separate Einstellungen für Lautstärke, Panorama und Effekte zugewiesen werden. Über die Einstellung des MIDI-Kanals lassen sich so per gleicher Kanaleinstellung einfach beeindruckende Layersounds erstellen, die sich in einer Performance abspeichern lassen. Zusammen mit der 32 GB großen Library ergibt sich ein gewaltiges Reservoir an Sounds. Abhängig vom Sequencer und der verwendeten Audio-Hardware lässt sich diese Klangfülle über bis zu 200 diskrete Audioausgangskanäle nach außen leiten. Auch die einzelnen Instrumentenparts bis hinunter zu den Samples können separaten Ausgängen zugeordnet werden. Zusammen mit den 256 adressierbaren MIDI-Kanälen bietet der MachFive II größtmögliche Flexibilität im Routing von Audio und MIDI. Beeindruckend ist, dass sich diese Menuvielfalt letztlich über ein einziges Fenster ansprechen lässt - lediglich die so genannten Expert-Modes werden über transparente Pop-Up-Fenster erreicht. Zusätzlich zum normalen Sampling-Betrieb besitzt der MachFive II noch zwei Synthese-Engines. Hier lassen sich Synthie-Sounds nach dem normalen Muster mit Oszillatoren und deren Wellenformen wie Sinus, Rechteck, Sägezahn, Dreieck und Noise programmieren, zusätzlich gibt es noch eine Orgel-Emulation. Die Möglichkeiten des Sounddesigns im MachFive II überzeugen auf der ganzen Linie.
Klang und Fazit
Zusammen mit der 32 GB großen mitgelieferten Library hat man mit dem MachFive II sofort eine riesige Klangbibliothek von hervorragender Qualität, aber seine ganze Stärke spielt er erst beim Import älterer Formate wie AKAI oder EMU aus - man hat hier eine Plattform für eigentlich alle Sampler-Formate. Für alle, die viel mit unterschiedlichen Formaten auf unterschiedlichen Plattformen arbeiten müssen, ist der MachFive II erste Wahl, hier hat er auch eigentlich kaum Konkurrenz zu fürchten. Zusammen mit der gelungenen Arbeitsoberfläche ist der MachFive II auch bei vorhandenen Sampler Plug-Ins im Rechner eine echte Alternative, die das Ausprobieren allemal lohnt.
UVP: 495 EUR
www.klemm-music.de
MOTU MachFive II
Plattform: Windows XP, Vista/ Mac OSX ab 10.3.9
Formate: VST2, Dxi, MAS, RTAS, Audio Unit
Samplingformate:
AKAI S-1000
EMU
GIGA Sampler
Roland
Kurzweil K-2XXX
EXS-24
Kontakt
WAV
Acid
AIFF
SDII
REX
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