„Limited Edition Synthesizer“
Der Roland Juno D ist der jüngste Spross der mittlerweile großen Juno-Familie von Roland - einer Familie mit großer Tradition, genießen doch viele der alten Juno-Modelle seit den Technozeiten Kultstatus in Synthesizerkreisen. Der vorliegende Juno D ist jetzt in einer Limited-Edition erhältlich, die einige neue Klänge aus den Bereichen Klavier, E-Piano und Orgel enthält. Wir wollen sehen, wie sich das neue Kind im erlauchten Kreis der Familie so schlägt.
Aufbau und technische Daten
Der Juno D kommt im typischen Roland-Look daher, mit dem typischen Pitch Bend/Modulationshebel, rötlich schimmerndem 2-Zeilen Display, etlichen beleuchteten Tastern und fünf Echtzeitreglern. Drei Regler sind für die Hüllkurve, sprich Attack, Decay und Release, die unteren zwei für das Filter mit Cutoff und Resonance. Der erfahrene User hat das Gerät nach drei Blicken im Griff, und für den Einsteiger bleibt viel Raum fürs Ausprobieren, ohne dass sich großer Frust einstellt. Bei fast allen Geräten von Roland ist die Bedienung schlüssig und übersichtlich gestaltet, so dass man sich nach kurzer Zeit auf dem Gerät zuhause fühlt. Dies ist leider nicht bei allen Herstellern der Fall, so ist dieser Roland denn auch perfekt für die Bühne geeignet. Angenehm fällt auch sofort die Tastatur mit 61 anschlagsdynamischen Tasten auf, die für einen Synthesizer angenehm griffig daherkommt und sich vorzüglich auch bei den Klavier- und Orgelklängen spielen lässt. Im Inneren verbirgt sich eine Klangerzeugung mit 64 Stimmen, die ihr Klangfutter aus 32 MB Klangspeicher, aufgenommen in 16 Bit linear, bezieht. Die Stimmenarchitektur ist Roland-typisch in Tones gegliedert, die zu mehreren in ein Patch zusammengefasst sind, das wiederum zu mehreren in eine Performance mündet. Beim Juno D heißt das: 640 Tones erzeugen 640 Patches, gegliedert in 384 Juno D Originals und 256 General MIDI-Sounds, weiterhin gibt es 20 Rhythm-Sets und 32 Performances. Für den User bleiben 128 Patches, zwei Rhythm-Sets und acht Performances übrig, die an die bestehende Library angehängt werden.
MIDI-seitig lässt sich der Juno auf 16 Parts ansprechen und ist zum Abspielen von MIDI-Files GM2-kompatibel. Er besitzt einen Phrase/Arpeggio-Speicher von 342 Templates, acht Usertemplates und noch mal 473 Styles (Variationen) und einen so genannten „Multi Chord“-Speicher (der Schrecken aller Keyboardlehrer), mit dem sich so klangvolle Akkorde wie Cadd9 oder B-7/11 auf Knopfdruck abrufen lassen - gegliedert in die Bereiche Pop, Jazz und Blues etc. Viele Menschen können ja solche Akkorde auch selbst greifen, aber Scherz beiseite, natürlich ist dies in vielen modernen Styles ein unbedingt sinnmachendes Feature. Ein Rhythm-Guide mit 32 Patterns incl. verschiedenen Metronomen ist zum Probieren mehr als luxuriös und mit einem Tempobereich von 5 BPM (sehr, sehr langsam) bis 300 BPM (ganz schön schnell) ausreichend ausgestattet. Sogar an eine „Tap Tempo“-Taste zum manuellen Eingeben des Tempos ist gedacht worden. Abgerundet wird die Ausstattung mit einem D-Beam Controller, mit dem programmierbare Parameter wie Cut-Off oder Resonance per Infrarot und Handbewegung gesteuert werden können. Die Sounds werden mit einem Effektblock aus 47 Multieffekten, acht Reverb-Typen und acht Chorus-Varianten in Roland-typischer, sehr guter Qualität in Szene gesetzt. Auf der Rückseite präsentiert sich der Roland aufgeräumt mit Klinkenanschlüssen für L/MONO, R sowie einem Kopfhöreranschluss, den MIDI-Buchsen IN/OUT und Anschlüssen für ein Hold- und Control-Pedal sowie dem Anschluss fürs Netzteil. Mit einem Gewicht von 5,0 kg lässt sich der Juno D auch in einem Case noch gut transportieren.
Sounds und Bedienung
Die Sounds des Juno D sind in 10 Gruppen von 0 bis 9 angeordnet, die 10 Tasten lassen sich aber auch numerisch bedienen. Die Gruppen sind im Einzelnen:
Rhythm & SFX
Piano
Keyboard & Organ
Guitar
Organ
Orchestra
World
Brass
Vocal & Pad
Synthesizer
Bass
Mittels der Valuetaster „+/-„ steppt man durch die einzelnen Gruppen, kann die Klänge aber auch numerisch anwählen. Das Gerät kann in den Key-Modes „Single“, „Split“ und „Dual“ betrieben werden und besitzt zwei Schalter, um die Klänge im Oktavbereich nach oben und unten zu transponieren. Der Arpeggiator und die Chord Memory Funktion haben einen eigenen Schalter, eine Audition-Funktion erleichtert das Vorhören der Klänge. So ist der Juno D auch für den Live-Bereich einfach zu bedienen, und man hat trotzdem den Zugriff auf alle wichtigen Parameter des Spielgeschehens. Alle weiteren Eingriffe sind im Edit-Bereich untergebracht, wo man mit den Tastern „Parameter“, „Effects“ und „Utility“ Zugriff zu den entsprechenden Menus hat. Über den Taster „System“ gelangt man zu den Grundfunktionen wie Tuning, MIDI und Controllereinstellungen. Durch die beleuchteten Taster ist man jederzeit über den Status des Geräts im Klaren. Mit der beigelegten CD lässt sich auf Mac und PC ein Editor-Programm installieren, mit dem man den Juno D auch bequem am Rechner programmieren kann. So ist der Juno D durch seine schlanke Form auch als Masterkeyboard am Rechner einzusetzen. Kommen wir zum wichtigsten Teil des Tests, nämlich dem Klang des Juno D. Wer die Roland-Geräte schon einmal unter den Fingern hatte, wird eine Menge an alten Bekannten finden. Alle Roland-spezifischen Sounds sind in Anleihen vorhanden, sei es aus dem D 50, dem MKS-20, der Juno-Familie oder der JV-Serie. Natürlich muss die Library auch der Größe von 32 MB Speichervolumen Tribut zollen, aber es ist schon ganz erstaunlich, welche Klangvielfalt Roland aus dieser Größe hervorzaubert. Am Besten gefielen mir die Pianos mit vielen neuen Sounds, die E-Pianos und die Orgeln sind ebenfalls stark vertreten. Sehr gut sind ebenfalls die Streicher und Orchesterklänge sowie die Vocal&Pad-Abteilung, ein weiteres Highlight sind die Synthie-Sounds mit vielen Roland-typischen Klängen.
Fazit
Die Limited Edition des Juno D ist mehr als nur ein Einsteiger-Instrument mit sehr guten Sounds und einer gradlinigen, einfachen und direkten Bedienung. Die neuen Klavier- und E-Pianosounds in Fantom-X Qualität bringen den kleinen Roland noch mal nach vorne. Zusammen mit den Streicher- und Synthesizer-Sounds muss man dem Juno D Limited Edition professionelle Klangqualität bescheinigen. Einem Einsatz sowohl im Studio wie auch auf der Bühne steht also nichts mehr im Wege.
UVP: 594 EUR
www.roland-musik.de
Roland Juno D Limited Edition
-61 anschlagdynamische Tasten
-64 fache Polyphonie
-32 MB Klangspeicher, 16 Bit linear
-640 Preset/ 128 User Patches, 20 Preset/ 2 User Rhythm Sets
-47 Multieffekte
-Rhythm Guide-Metronom mit 32 Preset Rhythmus-Patterns in verschiedenen Musikstilen
-5 Drehregler für Echtzeit-Veränderung der Sounds
-GM2-kompatibel
-Phrase/Arpeggio-Generator mit 342 Templates und 473 Styles
-Gewicht 5,0 kg |