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Test AKG Elle C PDF Drucken E-Mail
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„Girls only!“

Es gibt mittlerweile immer mehr renommierte Mikrofon-Hersteller, die ein spezielles Mikrofon-Modell für Sängerinnen im Programm bereithalten. Zum einen wird da auf ästhetische Aspekte geachtet, zum anderen nimmt man sich aber natürlich auch den klanglichen Anforderungen der holden Weiblichkeit an.

Spezialisiert man ein Mikrofon auf Sängerinnen, so muss man sich natürlich auch den entsprechenden Frequenzbereichen der weiblichen Stimme annehmen und diese etwas tunen. Mit dem Elle C reiht sich nun auch AKG in die Riege der Female-Mikrofonhersteller ein – sehr passend ist auch die entsprechende Werbekampagne, die zur Zeit läuft: Wer in der Zeit vom 1.02.2008 - 31.05.2008 ein Elle C kauft, erhält dazu einen Douglas-Gutschein im Wert von 10 EUR (da kann man sich dann gleich den passenden Bühnen-Duft zulegen).
Schauen wir uns nun aber mal an, was das Elle C Female-Mikro von einem „normalen“ Mikrofon unterscheidet.

Die Fakten
Wie in der Einleitung bereits erwähnt, muss man sich bei einem „Frauen-Mikro“ der Ästhetik verstärkt widmen und genau so ist es bei dem Elle C auch geschehen. Es fängt bereits bei der Verpackung an, das Mikrofon kommt nämlich in einer „hippen“, zylinderförmigen Nylon-Holstertasche daher, die von innen mit Schaumstoff ausgekleidet ist. Das Mikrofon selber steht der Ummantelung natürlich in Nichts nach, das Elle C wirkt sehr stylish. Es fängt bereits bei der Lackierung an – hier stehen zwei verschiedene Varianten zur Verfügung, „Silver Gloss“ und „White Pearl Gloss“ (alleine die Namensgebungen der Farbvarianten sind schon alles andere als gewöhnlich). Das Mikro liegt mit seinen Maßen von 185mm Länge und 34mm Durchmesser sehr geschmeidig in der Hand und vermittelt mit seinem Gewicht von 260g doch eine angenehme Massivität. Der robuste, silberne Drahtgeflechtkorb, der die Kapsel bestens vor äußeren Einflüssen schützt, fügt sich ebenfalls bestens ins „Outfit“ ein – in der silbernen Modellvariante wird der Korb von einem matt-silbernen Metallring umgeben, in der weißen Variante ist der Ring glänzend-silber (das weiße Modell könnte auch aus der Feder der Apple-Designer stammen). Der Korb ist von innen mit einem Akustikschaumstoff zur Eliminierung von Wind- und Popp-Geräuschen ausgekleidet – zusätzlich liegt dem Elle C noch ein separater Windschutz bei (z.B. für Open-Air-Einsätze) – und ist über ein sauber geschnittenes Gewinde problemlos abzuschrauben. Ist der Korb einmal demontiert, offenbart sich die Kapsel-Konstruktion des Mikrofons. Die Kapsel ist über eine große, durchgängige Gummi-Manschette sehr elastisch gelagert, wodurch auch heftigere Handgeräusche unterdrückt werden sollten (die Praxis wird es zeigen). Auf der Kapsel befindet sich eine schwarze Plastik-Kappe mit drei kleinen Löchern und einem großen – hierbei handelt es sich um den „Presence Boost Adapter PB 1000“, der die Sprachverständlichkeit verbessern soll, indem der Frequenzbereich zwischen 5kHz und 9kHz um ca. 5dB angehoben wird (die Funktionsweise entspricht in etwa der eines „normalen“ akustischen Laufzeitgliedes). Dieser Presence Boost Adapter kann durch eine einfache Dreh/Zieh-Bewegung abgenommen werden (dabei sollte man die Kapsel aber auf jeden Fall mit der Hand gut festhalten, damit man sie nicht aus der Gummilagerung herausreißt) – wir werden die Effektivität dieses Features im Praxis-Teil natürlich überprüfen.
Kommen wir nun zur technischen Seite des Elle C. Wir haben es hier mit einem Kondensatormikrofon zu tun, das über die Richtcharakteristik Niere verfügt. Der Übertragungsbereich ist vom Hersteller mit 60Hz-20kHz angegeben, der Leerlauf-Übertragungsfaktor mit 4mV/Pa, der max. Grenzschalldruckpegel mit 140dB(SPL) bei THD: 1% und der Signal/Rauschabstand mit 69dB(A). Der XLR-Anschluss sowie das Wandlergehäuse sind übrigens mit 24 Karat vergoldet, was eine verbesserte Leitfähigkeit und ein Schutz vor Korrosion darstellt (zudem liest es sich in der Feature-Liste ganz gut).
Doch nun wollen wir das Elle C endlich mal ans Mischpult anschließen, die Phantomspeisung einschalten und loslegen.

Praxis
Zunächst kurz eine Bemerkung zum Test-Prozedere: Auch ausgewiesene Vocal-Kondensatormikrofone teste ich in der Regel immer zusätzlich mit einer Akustikgitarre, da mir dieses Instrument alle relevanten Frequenzbereiche sowie die nötige Dynamik zur Klangbeurteilung liefert – zudem entpuppt sich manches Gesangsmikrofon so auch als eine Art „Multitalent“. Also habe ich auch das Elle C auf diese Art und Weise getestet.
Zunächst aber habe ich das Mikro mit weiblicher Stimme (in Form einer Sängerin) getestet. Man muss schon sagen, das Elle C schmiegt sich Female-Vocals perfekt an. Der Sound klingt in den unteren Mitten angenehm warm, wodurch der Gesamtsound nie zu dünn klingt. In den Mitten sind genau die richtigen Frequenzbereiche ein wenig gepusht, um zum einen eine optimale Sprachverständlichkeit zu erhalten und zum anderen die nötige Präsenz zu schaffen. Die Höhen wirken beinahe seidig und setzen dem Ganzen ein „luftiges Häubchen“ auf – hier klingt das Elle C sehr klar und differenziert. Mit harten Konsonanten, wie z.B. „K“, „T“, „P“ geht das Mikrofon sehr wohlwollend um, so dass weder übertriebene Popp-Laute noch ein Zischeln entsteht. Mit dem Presence Boost Adapter sollte jeder für sich einmal rumprobieren – mein Fazit fällt hier nicht ganz eindeutig aus. Ich versuche es mal, objektiv zu schildern: Mit dem Presence Boost Adapter erhält man in den oberen Mitten und Höhen einen gewissen „Push“, wodurch der Sound sehr brillant klingt (bei Zischlauten, wie z.B. S-Lauten sollte man dann jedoch etwas Vorsicht beim Singen walten lassen). Die unteren Mitten treten hier ein wenig zurück, was aber je nach Resonanzfrequenz der jeweiligen Stimme sehr positiv sein kann. Ohne den Adapter klingt das Mikro definitiv etwas matter in den Höhen, wodurch eben diese gewisse Brillanz nicht so stark ausgeprägt ist, dafür erhalten die unteren Mitten hier mehr Gewicht. Besonders stark ist der Unterschied mit und ohne Presence Boost Adapter übrigens beim Test mit der Akustik-Gitarre aufgefallen, wobei mir hier der Einsatz mit Adapter wesentlich besser gefallen hat, da die hohen Saiten der Gitarre viel mehr Präsenz und Klarheit im Sound hatten. Wo wir gerade beim Thema wären – auch vor der Gitarre fühlte sich das Elle C wohl und lieferte einen ebenso guten Job ab wie vor dem Frauen-Mund (kein Wunder, schließlich ist es ja auch DIE Gitarre, also auch etwas Weibliches).
Wie bereits zu vermuten war, geht das Mikrofon mit Handgeräuschen sehr gut um – durch die sehr elastische Lagerung der Kapsel muss man das Mikro wirklich schon von einer Hand in die andere schleudern, damit man unangenehme „Rumpel“-Geräusche vernimmt.
In Sachen Optik scheint AKG ebenfalls den Nagel auf den Kopf bzw. den Geschmack des schönen Geschlechts getroffen zu haben – ich habe das Elle C einigen Frauen gezeigt und durchweg positive Resonanz auf das Styling des Mikros erhalten (und ich habe noch nicht einmal mit dem Douglas-Gutschein gewunken).

Fazit
Ein weiteres Female-Mikro scheint sich am Markt zu etablieren, das AKG Elle C. Es passt sowohl optisch als auch – und das ist ja eigentlich entscheidend – soundtechnisch zu weiblichen Vocal-Acts. Man scheint sich bei AKG wirklich Gedanken um den weiblichen Stimm-Sound und das damit verbundene Tuning der Frequenzkurven gemacht zu haben – und das mit Erfolg. Doch auch im Test mit einer Akustik-Gitarre konnte das Elle C mit einem offenen und brillanten Sound überzeugen. Das Preis/Leistungsverhältnis ist jedenfalls über jeden Zweifel erhaben.

www.akg.com
UVP: 219 EUR


AKG Elle C
- Kondensator-Vokalmikrofon speziell für Sängerinnen
- Richtcharakteristik: Niere
- Frequenzgang: 60 Hz -20 kHz
- Übertragungsfaktor: 4 mV/Pa
- Grenzschalldruckpegel: 140dB(SPL)
- Äquivalentschalldruckpegel: 25 dB(A)
- Signal/Rauschabstand: 69 dB
- Anschluss: 3-poliger XLR-Stecker
- Abmessungen: 185 mm Länge, 34 mm Durchmesser
- Gewicht: 260 g