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Die neue Generation
Die Kopfhörer der Firma Ultrasone sind mehr und mehr in den professionellen Tonstudios zu finden. Es gibt einige Sänger, die konsequent diese Kopfhörer im Studio verwenden, aber auch viele Instrumentalisten schwören mittlerweile auf Soundqualität und Performance der Pro-Produkte. Die bekannte Ultrasone Proline hat ein Face-Lift bekommen. Wir hatten die neue Serie im Studiotest.
Erster Eindruck
Positiv fällt nach dem Öffnen des Kartons auf, dass Ultrasone allen Pro-Modellen nun ein praktisches Softcase spendiert hat. Dies macht das Handling in der Praxis wesentlich angenehmer. Jeder Ultrasone-User kennt die Problematik: Wenn man den Original-Karton inkl. Inlett zigmal verwendet hat, so kann es sein, dass der Karton sich in seine Bestandteile zerlegt.
Mit dem neuen Case schafft Ultrasone hier Abhilfe. Das Case macht einen durchaus „roadtauglichen“ Eindruck, bietet mit seinen vielen Fächern Platz genug für die serienmäßig mitgelieferten Zubehörteile wie zwei alternative Kabel, Klinken-Adapter (von 6,3 mm auf Mini-Klinke), Ersatz-Ohrpolster usw.
Am Design der Kopfhörer haben sich diverse Kleinigkeiten geändert. So sind neben den aufgedruckten Schriftzügen – bis auf den Pro 550 - vor allem die eigentlichen Hörerschalen außen mit einer Metallic-Blende verziert worden.
Aufbau
Der Aufbau der Kopfhörersysteme ist sehr ähnlich. Bei den Modellen Pro 550, Pro 650 und Pro 750 handelt es sich jedoch um geschlossene Kopfhörer, während der Pro 2500 die offene Variante darstellt.
Die Kopfhörergehäuse und Bügel bestehen aus dunkelblauem, stabilen Kunststoff mit gepolsterten Bügeln.
Die Ultrasone-Kopfhörer sind alle durch eine spezielle Metallummantelung abgeschirmt, um die Belastung der Benutzer durch magnetische Emission aus gesundheitlichen Gründen extrem zu reduzieren (s.u.).
Die Kopfhörer lassen sich einfach zusammenklappen, interessant für alle, die gerne „ihren eigenen“ Kopfhörer mit von Studio zu Studio nehmen wollen.
Die Ohrpolster lassen sich mit einem Griff abnehmen und austauschen, wobei jeder Kopfhörer gleich mit einem Ersatzpaar Ohrpolster ausgeliefert wird. Zum Lieferumfang gehört ebenso neben einer Demo-CD, die Bedienungsanleitung, ein Klinkenadapter sowie zwei alternative Kabel, die über einen vergoldeten Mini-Klinkenstecker in den Kopfhörer eingesteckt werden. Während das eine als glattes Kabel ausgelegt ist, handelt es sich bei dem anderen Kabel um ein Spiralkabel (jeweils drei Meter Länge). So hat man je nach Belieben die freie Wahl. Darüber hinaus hat diese Lösung der austauschbaren Kabel einen weiteren Vorteil: Falls entweder der Anschluss-Stecker oder das Kabel eines Kopfhörers irgendwann einmal defekt sind, steckt man einfach ein neues Kabel ein.
Technische Features
Die Ultrasone Pro Kopfhörer sind als dynamische Kopfhörersysteme konzipiert.
Während der Pro 2500 als offenes System z.B. interessant zum Mischen und Mastern ist, bieten sich die geschlossenen Kopfhörer Pro 550, 650 und 750 eher für Recording-Zwecke oder den Live-Einsatz am FOH-Mixer an. Wie unterscheiden sich nun die einzelnen Modelle? Der Pro 750 ist für Standard-Anwendungen eher linear ausgelegt und liefert die üblichen Lautstärken. Der Pro 650 ist dagegen für höhere Pegel ausgelegt. Der Pro 550 liefert neben dem hohen Output vor allem eine bessere Bassperformance, ohne gleichzeitig dumpf zu wirken, und wird daher gerne im Studio von Bassisten und Drummern eingesetzt.
Die Impedanz der Kopfhörer beträgt 40 Ohm. Als eigentliche „Lautsprecher“ verwendet Ultrasone hier 40 mm Titan-beschichtete Treiber, die einen Schalldruck von 94 dB erzeugen.
Ohne Kabel wiegt jeder Kopfhörer knapp unter 300 Gramm.
Auch die neue Pro-Serie ist mit den Ultrasone-spezifischen technischen Konzepten wie u.a. S-Logic und der ULE-Technologie ausgestattet.
S-Logic-Prinzip
Jeder kennt sicherlich das typische Kopfhörer-Feeling, bei man ein wenig das Gefühl hat, völlig isoliert von dem Rest der Welt zu sein. Dies liegt nicht nur daran, dass man vom „Rest der Welt“ nichts hört, sondern auch daran, dass man räumliche Klänge völlig anders wahrnimmt, wenn diese über zwei Kopfhörer-Lautsprecher direkt in die Gehörgänge abgestrahlt werden.
Um diese Problematik zu umgehen, hat Ultrasone ein neues Konzept entwickelt. Dabei wird das Schallsignal nicht direkt in den Gehörgang sondern von der Seite auf die Ohrmuschel projiziert, wobei die Ohrmuschel die Schallwellen reflektiert, es finden Brechungen und Beugungen statt, wie beim normalen Hören ohne Kopfhörer, was über die Ultrasone-Kopfhörer einen sehr natürlichen Höreindruck liefert.
Wichtig ist dabei jedoch, dass man die Kopfhörerseiten nicht verwechselt, denn sind Rechts und Links vertauscht, so verliert das Signal seine Räumlichkeit.
Aufgrund der natürlichen Wahrnehmung wirkt das Kopfhörersignal im Vergleich zu normalen Kopfhörersystemen stets relativ laut, so dass man den Schalldruck gegenüber üblichen System um ca. 4 dB reduzieren kann, was gerade in Hinblick auf das Thema Gehörschutz ein wichtiger Aspekt ist.
ULE-Technologie
Die ULE-Technologie der PROline-Serie steht für „Ultra Low Emission“. Medizinische Untersuchungen belegen, dass die Emission von magnetischen Feldern gesundheitliche Risiken birgt. Exakte Grenzwerte oder gesetzliche Richtlinien wurden hier jedoch nicht festgelegt, so liegt es an der eigenen, persönlichen Verantwortung der Anwender und dem Engagement der Hersteller, was man daraus macht. Schließlich gibt es ja genügend Profis, die ihr „halbes Leben“ lang einen Kopfhörer tragen.
Ultrasone verwendet bei der PROline spezielle Metallabschirmungen, um die magnetische Emission um fast 98 % zu reduzieren.
Fazit
Wie schon die Vorgänger, so überzeugen auch die „Neuen“ gleichermaßen in Bezug auf Klangbild und räumlicher Abbildung.
Die räumliche Wahrnehmung ist wirklich beeindruckend. Abstände und Richtungen lassen sich stets sehr realistisch nachempfinden, vergleichbar mit dem Hören über gute Studiomonitore. Verblüffend ist, dass auch nach langen Sessions über die Ultrasone-Kopfhörer kaum Ermüdungserscheinungen auftreten.
Welches der verschiedenen Systeme nun optimal ist, hängt von Einsatzbereich ab. Für Sänger und Instrumentalisten, die über Mikro aufgenommen werden, empfiehlt sich wie für den Live-Einsatz sicherlich eine geschlossene Variante, da dieser Kopfhörer besser isoliert ist und auch weniger Übersprechen hat. Das PROline 2500 System dagegen ist optimal für Mix- und Mastering-Ingenieure, aber auch für all diejenigen, die gerne mal ein wenig lauter und präziser hören möchten, ohne gleich die Nachbarn zu stören.
Die neue Ultrasone-Serie führt die Produktlinie der professionellen Kopfhörersysteme konsequent weiter, wobei ich mich persönlich am meisten über die neuen Cases gefreut habe.
UVPs:
Pro 550: 199,- EUR
Pro 650: 245,- EUR
Pro 750: 315,- EUR
Pro 2500: 315,- EUR
www.ultrasone.com
Pro 550
S-Logic Natural Surround Sound
Dynamisches Prinzip
Frequenzgang 10-22.000 Hz
Impedanz 64 Ohm
Kennschalldruck 102 dB
MU-Metall Abschirmung (ULE-Technologie)
Strahlungsreduziert gemäß ULE (Ultra Low Emission) Standard
Schallwandler 50 mm Mylar
Gewicht 295 g (ohne Kabel)
Pro 650
S-Logic Natural Surround Sound
Dynamisches Prinzip
Frequenzgang 10-25.000 Hz
Impedanz 75 Ohm
Kennschalldruck 95 dB
MU-Metall Abschirmung (ULE-Technologie)
Strahlungsreduziert gemäß ULE (Ultra Low Emission) Standard
Schallwandler 40 mm goldbeschichtet
Gewicht 295 g (ohne Kabel)
Pro 750
S-Logic Natural Surround Sound
Dynamisches Prinzip
Frequenzgang 8-35.000 Hz
Impedanz 40 Ohm
Kennschalldruck 94 dB
MU-Metall Abschirmung (ULE-Technologie)
Strahlungsreduziert gemäß ULE (Ultra Low Emission) Standard
Schallwandler 40 mm titanbeschichtet
Gewicht 295 g (ohne Kabel)
Pro 2500
S-Logic™ Natural Surround Sound
Dynamisches Prinzip
Frequenzgang 8-35.000 Hz
Impedanz 40 Ohm
Kennschalldruck 94 dB
MU-Metall Abschirmung (ULE-Technologie)
Strahlungsreduziert gemäß ULE (Ultra Low Emission) Standard
Schallwandler 40 mm titanbeschichtet
Gewicht 294 g (ohne Kabel) |