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Universal Audio UAD-Xpander Xpress PDF Drucken E-Mail
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Plug-Ins to go

Die Nachfrage und Anwendung von mobilen Aufnahme- und Mixsystemen ist in den letzten Jahren immer größer geworden. Besonders in der heutigen Zeit, wo die Performance der Laptops immer besser wird und die tragbaren Rechner in manchen Produktionsumgebungen sogar den Haupt-Computer darstellen, ist entsprechende Zusatz-Peripherie gefragt. Ein großer Nachteil der Laptops ist ja nach wie vor, dass man nicht einfach ein paar Karten (Audio-Karten, DSP-Karten, etc.) in entsprechende PCI-Slots stecken kann, um das System zu erweitern. Man ist somit also meist auf Equipment mit USB- oder Firewire-Schnittstelle angewiesen – eine weitere Form der Anbindung ist der PCMCIA-Slot bzw. der neue Standard ExpressCard/34 oder ExpressCard/54.

Apple´s MacBook´s beispielsweise sind bereits seit einiger Zeit mit dem neuen ExpressCard/34-Slot, der in Sachen Bandbreite eine starke Verbesserung zu der bisherigen PC-Card (PCMCIA) darstellt – in Zahlen bedeutet das: 2,5GBit/s (ExpressCard/34) gegenüber 1066MBit/s (PC-Card). Es ist also einiges mehr an Leistung über diese Schnittstelle möglich geworden. Doch kommen wir noch einmal zu den mobilen Audio-Systemen zurück. Die Audio-Signale müssen irgendwie ins System reinkommen – kein Problem, entsprechende USB- oder Firewire-Audiointerfaces gibt es inzwischen wie Sand am Meer. Doch irgendwann ist man an dem Punkt, wo der Einsatz von Plug-Ins ins Spiel kommt. Gute Plug-Ins benötigen einiges an Rechenleistung, und der Rechner kommt dann früher oder später an seine Grenzen. Eine extra DSP-Karte, die das Prozessing der hochwertigen Plug-Ins übernimmt, wäre an dieser Stelle Gold wert. Und genau da wären wir auch beim Thema. Für stationäre Rechner gibt es mittlerweile einige DSP-Card Lösungen, doch Laptops kamen hier irgendwie immer ein wenig zu kurz. Der amerikanische Hersteller Universal Audio hatte mit seiner UAD DSP-Card Familie bisher auch nur eine Lösung auf PCI-Basis, die jedoch immer beliebter und gefragter wurde. Letztendlich lag es also nahe, dass man dieses Produkt auf die Laptop-Ebene portiert. Mit UAD-Xpander präsentierte man nun eine DSP-Lösung für Laptops, die die gleiche Leistung wie die UAD-1 und UAD-1e zur Verfügung stellt. Das UAD-Xpander System ist in drei verschiedenen Varianten erhältlich: Xpress, Xpert und Xtreme. Der Unterschied liegt jedoch lediglich in den enthaltenen Plug-In Kauf-Gutscheinen. Alle drei Systeme sind von Anfang an mit einem Basis-Set von 14 Plug-Ins ausgestattet. Das Xpress-Paket enthält zusätzlich einen Plug-In Gutschein über 500$, das Xpert-Bundle einen Gutschein über 1.000$ und bei dem Xtreme-Paket sind bereits alle UAD-Plug-Ins (Version 4.5.x) freigeschaltet. Uns stand für diesen Test die UAD-Xpander Xpress zur Verfügung, was aber letztendlich auch keine größere Rolle spielt, da wir an dieser Stelle natürlich sowieso nicht alle Plug-Ins vorstellen, geschweige denn testen können. Es geht hier vielmehr um das System an sich – legen wir also los.

Konzept und Fakten
Das UAD-Xpander System besteht aus der XpressCard/34-Karte, einer externen Box, die die eigentliche DSP-Karte beherbergt, sowie einem 1m langen Spezial-Kabel, das die Karte mit der DSP-Box verbindet. Das Innenleben der DSP-Box entspricht der UAD-1 bzw. UAD-1e – es handelt sich übrigens um ein lüfterloses Gehäuse aus Aluminium. Als Systemvoraussetzungen sind Mac OS X (10.4.0 oder höher) bzw. Windows Vista angegeben – Windows XP wird bei der Laptoplösung nicht unterstützt. Der Arbeitsspeicher sollte mindestens 256 MB betragen, wobei 512 MB besser wären, und ein freier Festplattenspeicherplatz von mind. 125 MB sollte vorhanden sein. Die Systemvoraussetzungen halten sich also wirklich in Grenzen und sollten Niemanden in die Bredouille bringen. Ich habe die UAD-Xpander auf einem MacBook Pro 2,33GHz mit 2 GB RAM, auf dem MAC OS X (10.4.11) läuft, getestet.
Die Installation verlief Apple-like äußerst problemlos. Auch wenn mich die unterschiedlich angegebenen Reihenfolgen von Software- und Hardware-Installation in den verschiedenen beiliegenden Anleitungen (Manual, Quick Start Guide, Critical Information, Tutorial DVD, Readme-Datei, etc.) vorerst ein wenig verwirrten, verlief alles reibungslos. Ich habe mich übrigens für die Variante entschieden, zuerst die Software zu installieren und anschließend die Hardware anzuschließen. Beim Einstecken der Karte in den ExpressCard/34-Slot ist übrigens unbedingt darauf zu achten, dass der Rechner heruntergefahren (also aus) ist. Um die Karte nachher wieder zu entfernen, muss man die Karte nur vom System abmelden – das passiert über ein Symbol, das in der oberen Systemzeile gleich neben der Uhr erscheint. Um die UAD-Xpander an einem Desktop-Rechner zu betreiben, bietet Universal Audio das so genannte UAD-Xtenda Kit an. Dabei handelt es sich um eine PCIe-Karte, die über einen XpressCard/34-Slot verfügt – zudem wird dann auch ein 3m langes Anschlusskabel mitgeliefert – so könnte man also mit dem gleichen DSP-System sowohl am Laptop als auch am stationären Rechner arbeiten.
Nachdem die Installation abgeschlossen und die Hardware angeschlossen war, wurde das System auch ohne Murren von dem MacBook erkannt. Das rot leuchtende Universal Audio-Firmenlogo auf der Frontseite der DSP-Box wechselte in ein stylishes Blau und es konnte losgehen. Im MAC OS X Dock taucht das „UAD-1 Meter“ auf, das Auskunft über die Prozessorauslastung des Xpander-Systems sowie über die Speicher-Auslastung gibt. Des Weiteren stehen hier noch „System Info“, „Configuration“ und „Authorizations“ bereit. Über „Authorizations“ kann für alle Plug-Ins, die man noch nicht gekauft hat, eine 14-tägige, voll funktionsfähige Demo aktiviert werden, so dass man erst einmal in aller Ruhe ausprobieren kann, ob das jeweilige Plug-In auch den eigenen Ansprüchen entspricht. Es stehen folgende Plug-Ins zu Wahl:

Kompressoren:
- 1176 LN
- 1176 SE
- Fairchild 670
- LA-2A
- LA-3A
- Neve 33609
- Precision Limiter
- Precision Multiband

Equalizer:
- Cambridge EQ
- Helios Type 69 EQ
- Neve 1073 EQ
- Neve 1081 EQ
- Precision EQ
- Pultec EQP-1A


Reverbs:
- Pultec Pro
- DreamVerb
- Plate 140

Chorus:
- RealVerb Pro
- Boss CE-1
- Roland Dimension D

Channel-Strips:
- CS-1 Plug-In-Suite
- Neve 88RS

Delay:
- Roland RE-201

Guitar:
- Nigel Plug-In-Suite

In dem uns vorliegenden Xpress-Paket sind folgende Plug-Ins enthalten, denen wir uns im Folgenden auch kurz widmen möchten: 1176SE, Pultec EQP-1A, RealVerb Pro, CS-1 Plug-In-Suite und Nigel Plug-In-Suite.

1176SE
Der 1176SE ist von dem bekannten 1176LN abgeleitet, durch etwas vereinfachte Algorithmen verbraucht dieser Kompressor allerdings wesentlich weniger DSP-Ressourcen. Wie man es vom Hardware-Original gewohnt ist, stehen hier als Regler „Input“, „Output“, „Attack“ und „Release“ zur Verfügung. Die Ratio wird über die Schalter 4, 8, 12 und 20 eingestellt. Das große VU-Meter signalisiert wahlweise die Gain-Reduction oder den Ausgangspegel – einstellbar über entsprechende Schalter.
Der 1176SE bietet ultraschnelle Attack-Zeiten und arbeitet auch bei sehr kurzen Impulsen noch sehr genau. Der Klangcharakter geht definitiv in die Richtung des Originals – dieser Kompressor klingt sehr warm und schafft jede Menge Fundament, wenn man möchte. Auch in Extremeinstellungen klingt der 1176 noch sehr musikalisch. Nur eine Sache hat man bei dem Plug-In doch nicht hinbekommen: Viele werden es kennen, dass wenn man ein Signal durch den 1176 schickt und überhaupt nicht komprimiert, das Signal trotzdem schon an Wärme und Fülle gewinnt. Das hat eben mit den verwendeten Bauteilen zu tun und genau diese Bauteile kann man eben nicht in Algorithmen zusammenfassen, die Arbeitsweise sehr wohl und das ist den Programmierern auch sehr gut gelungen.

Pultec EQP-1A
Der Pultec Program Equalizer ist weitaus mehr als „nur“ ein Equalizer, er ist eher als musikalisches Instrumenten-Tool anzusehen. Als purer EQ wäre die Ausstattung auch etwas spartanisch – zwei Frequenzbänder (Low und High) mit jeweils einem „Boost“- und „Attenuate“-Regler (Regelbereich von 0-10), einem Frequenzwahlschalter (Low: 20, 30, 60 und 100Hz – High: 3, 4, 5, 8, 10, 12 und 16kHz), einem Bandbreiten-Regler für den High-Bereich (von „sharp“ bis „broad“), einem „Attenuation Select“-Schalter (5, 10 und 20) sowie einem On/Off- bzw. In-Schalter. Das Besondere am Pultec-EQ ist, dass man in einem Frequenzbereich gleichzeitig verstärken und absenken kann – klingt erst einmal absurd, aber genau dieses Feature macht den EQP-1A aus, denn dadurch ergeben sich sehr komplexe Abhängigkeiten innerhalb eines Frequenzbereiches, die sehr verblüffende Ergebnisse liefern. Dieser Equalizer klingt sehr musikalisch, er eignet sich weniger dazu, bestimmte Frequenzen haargenau zu pushen oder abzuschwächen (wie man es sonst von der Arbeitsweise mit parametrischen EQs gewohnt ist), vielmehr greift man hier in den Klangcharakter des Signals ein. Es ist schwierig in Worte zu fassen, aber man kann ein Signal in kürzester Zeit wirklich extrem aufwerten – besonders was die Präsenz angeht, leistet der Pultec teilweise Unglaubliches. Diesen EQ solltet ihr unbedingt ausprobieren, wenn ihr mal die Möglichkeit dazu habt.

RealVerb Pro
Hier haben wir es mit einem Hall-Plug-In zu tun, das jede Menge Einstellmöglichkeiten bietet, um den Raum seiner Wünsche zu gestalten. Das fängt an bei der Formgebung des Raums („Shape“), geht weiter mit den Materialien, über Resonanfrequenzen und das Timing. Die üblichen Parameter, wie Mix, Distance, Direct, Early, Late sowie Input- und Output-Gain sind natürlich ebenfalls an Bord. Eine weitere Besonderheit ist der „Morphing“-Regler, mit dem man zwei verschiedene Räume stufenlos miteinander kombinieren kann. Zudem sind bereits jede Menge voreingestellte Preset-Räume vorhanden, die verschiedenste Zwecke erfüllen. Im Gesamten lässt sich mit diesem Hall-Plug-In sehr gut arbeiten, da man wirklich auf alle relevanten Parameter Eingriffsmöglichkeiten hat. Lediglich in langen Ausklangphasen klingen mir persönlich die Algorithmen etwas zu sehr gesampelt und kühl.

CS-1 Plug-In-Suite
Hierbei handelt es sich um einen reichhaltig ausgestatteten Channel-Strip, mit dem man über nur einen Insert-Platz im jeweiligen Sequencer-Kanalzug jede Menge Bearbeitungsmöglichkeiten für seine Signale hat. Der CS-1 beinhaltet einen 5-Band Parametrik-EQ, einen Kompressor, einen Delay-Modulator sowie eine Reflection-Engine. Equalizer und Kompressor verfügen über die üblichen Parameter, der Delay-Modulator ermöglicht Chorus-, Flanger-, Dual Delay- und Ping-Pong-Delay-Effekte, und über die Reflection-Engine lassen sich in Windeseile individuelle Räume kreieren. Alle Sektionen sind einzeln aktivierbar und in ihrem Ausgangspegel einstellbar. Mit dem EQ und dem Kompressor kann man wirklich gut und schnell arbeiten, der Delay-Modulator bietet je nach Einstellung ziemlich abgefahrene Effekte (hier macht es Spaß, mal wieder ein wenig rumzuspielen) und über die Reflection-Engine lassen sich (bei gemäßigtem Einsatz) Signale angenehm in einen Mix einbetten.

Nigel Plug-In-Suite
Mit diesem Plug-In (bzw. dieser Plug-In-Sammlung) können sich Gitarristen mal so richtig austoben. Hier wird wirklich Einiges geboten: Gate, Kompressor, Phaser, Modulations-Filter, Amp- und Speaker-Simulation, Tremolo, Delay und Echo – und das alles über nur einen Insert. Es lassen sich verschiedenste Sounds mühelos abrufen, von Blues, Crunch, California Tube, über Metal, British Rock, Nu-Metal oder verschiedene Clean-Sounds, etc. Natürlich kann man von einem solchen Plug-In nicht die Authentizität eines mehrere Tausend Euro teuren Edel-Amps erwarten, aber man kann definitiv damit arbeiten – selbst ein Akustikgitarren-Signal wird hier schnell zur Metal-Brat-Gitarre. Die Nigel-Suite ist ein sehr schöner Baukasten für Soundtüftler (es ist auch mal ganz lustig, eine Vocal-Spur vorsichtig in einen Gitarren-Amp zu schicken) und Gitarristen.

Fazit
Mit der UAD-Xpander ist Universal Audio eine sehr gute DSP-Lösung für Laptops gelungen. Nicht nur die CPU-Entlastung des Rechners, sondern vor allem die Qualität der Plug-Ins spricht für dieses Produkt. Zudem steht eine große Auswahl an Plug-Ins zur Verfügung, die in Zukunft sicherlich noch weiter wachsen wird.

www.uaudio.com

UVPs:
UAD-Xpander Xpress: 1189 EUR
UAD-Xpander Xpert: 1665 EUR
UAD-Xpander Xtreme: 2617 EUR


Universal Audio UAD-Xpander

- DSP-Erweiterungssystem für ExpressCard/34
- geräuschlos, ohne Lüfter, durch Aluminium gekühltes Gehäuse
- ultraschnelles (2,5 Gbps) ExpressCard 34 Interface
- 44,1-192 kHz DSP Audio-Beschleuniger für Laptops
- gleiche DSP-Leistung wie UAD-1 & UAD-1e
- optionales UAD-XTenda Kit mit 3m Kabel & PCIe-Desktopadapter erhältlich